Patienten-Info
  Überblick
  Krankheiten
  Therapien
  med.Kosmetik
  Informationen
  Fruchtsäurepeeling
  Softpeeling
  Faltenentfernung
  Gesichtsfalten
  Lasertherapien
  Haarentfernung
  Hautanalyse
  Wir über uns
  die Praxis
  Sprechzeiten
  unser Team
  Diverses
  Links
Krankheiten Hämorrhoiden:
HÄMORRHOIDAL-LEIDEN - „ECHTE" HÄMORRHOIDEN
Wenn sich die regulären Hämorrhoidal-Polster, also Ansammlungen von Venen und Blutgefässen ca. 5-10 cm oberhalb des Afterschliessmuskels, unnatürlich vergrößern und dann zu Beschwerden führen, so spricht man von Hämorrhoiden oder besser von Hämorrhoidal-Leiden.
Die Ursachen sind mehrschichtig:
 verfeinerte, d.h. zu faser- bzw. ballaststoffarme Ernährung
 starkes Pressen beim Stuhlgang, insbesondere sog. Nachpressen
 häufiger Gebrauch von Abführmitteln (auch in kleinen Mengen)
 erbliche Anlagen
Einteilung in Schweregrade

Hämorrhoiden 1. Grades

Hämorrhoiden 2. Grades

Hämorrhoiden 3. Grades

Hämorrhoiden 4. Grades
Alkohol, Kaffee und scharfe Gewürze können die Beschwerden eines Hämorrhoidal-Leidens zwar auslösen oder verstärken, sind aber nicht die Ursache für Hämorrhoiden.
Typische Hämorrhoidal-Beschwerden sind Jucken, Brennen, Blutungen nach dem Stuhlgang, schmerzhafte Entzündungen und Hautausschläge. Auch das ständige Verschmutzen der Unterwäsche ist meist kein Zeichen mangelnder Hygiene, sondern massiv vergrößerter Hämorrhoidal-Polster.
Die Behandlung der Hämorrhoiden hängt vom Ausmaß der Erkrankung ab. Als erstes sollte man kleinere Alltagssünden aufgeben, z. B. bei der Ernährung.
Solange die Hämorrhoidal-Polster noch nicht aus dem After heraustreten, werden sie zumeist sklerosiert. Hierbei wird schmerzlos in die vergrößerten Polster oder in ihre unmittelbare Umgebung eine Flüssigkeit gespritzt, die sie dann wieder auf ihre ursprüngliche Größe schrumpfen lässt. Die Blutungen hören meist wenige Tage nach der ersten Behandlung auf. Auch Jucken und Brennen lassen dann bereits spürbar nach, besonders wenn unterstützend Salben und Analtampons verwendet werden. Auch ein Analdehner kann hier sehr hilfreich sein.
Treten die Hämorrhoidal-Polster im fortgeschrittenen Stadium aus dem After heraus, so lassen sie sich im günstigsten Falle (Hämorrhoiden 2. Grades) durch Gummiringe schmerzlos abbinden.
Bei besonders ausgeprägten Veränderungen jedoch, also Hämorrhoiden 3. Grades oder gar 4. Grades ist ein operativer Eingriff nicht zu umgehen. Zum Glück haben heute Hämorrhoidenoperationen ihre früheren Schrecken verloren; bei speziellen Techniken sind nachoperative Schmerzen und Blutungen selten.
Äußere Hämorrhoiden - Analvenenthrombose
Tritt plötzlich - z. B. nach einer ungewohnten körperlichen Arbeit - ein schmerzhafter, derber, bläulicher Knoten am Afterrand auf, so handelt es sich um eine Analthrombose. Hier haben sich in den außenliegenden Aftervenen harmlose Blutgerinnsel gebildet. Oft werden diese Analthrombosen fälschlicherweise auch als "äußere Hämorrhoiden" bezeichnet.
Unbehandelt bilden sie sich nach einigen Wochen zurück. Lassen sich die Analthrombosen unter örtlicher Betäubung entfernen, so verschwinden damit die Beschwerden in ein bis zwei Tagen. Auch Hämorrhoidalsalben können das Leiden lindern.
Afterriss - Analfissur - Analgeschwür
Bereitet die Stuhlentleerung plötzlich heftige Schmerzen - oft über Stunden anhaltend -, so ist dies meist ein Anzeichen für einen sogenannten Afterriß. Diese starken Schmerzen wiederholen sich bei jedem Stuhlgang - oft mit Blut auf dem Stuhl und am Papier. Zu Beginn kann eine solche frische „Fissur" mit Analtampons und Salbe ausheilen. Die entsprechende Salbe sollte hierbei mit Hilfe eines Analdehners - z. B. Faktumat® - angewandt werden.
Nach längerer Zeit jedoch wird dieser "Riss" chronisch; es bildet sich um diesen Defekt herum ein Narbenwall. Aus dem "Afterriss" hat sich nun ein - gutartiges - Aftergeschwür entwickelt. Zwar können in diesem Stadium Analtampons, Salben und Analdehner die Beschwerden immer noch deutlich lindern; für eine Heilung läßt sich ein operativer Eingriff jetzt aber meist nicht mehr umgehen.
Hautausschlag - Analekzem
Äußere Hautveränderungen (Ausschläge) am After haben fast immer innere Ursachen - meist ein Hämorrhoidal-Leiden. Bei dem hier oft mangelndem Afterfeinabschluss gelangen immer wieder Spuren von Darmschleim auf die Außenhaut. Sie wird gereizt und entzündet sich; es folgen Jucken und Brennen. Auch können sich auf dieser angegriffenen Haut nun Bakterien und Pilze ansiedeln: die Beschwerden nehmen zu.
Zeitweise können hier eine sinnvolle Analhygiene und Sitzbäder, aber auch Cremes und Salben die Beschwerden lindern oder gar für eine gewisse Zeit beseitigen. Entscheidend aber ist die Sanierung der Grundkrankheit - neben einem Hämorrhoidal-Leiden evtl. ein Aftergeschwür oder ein Fistelleiden.
Oftmals sind auch echte Hauterkrankungen der Grund für ein Analekzem - etwa eine Schuppenflechte oder eine Allergie bzw. Neurodermitis.
Abszesse und Fisteln
Oft verbunden mit einem Hämorrhoidal-Leiden verstopfen sich die Ausgänge der Afterdrüsen, die sogenannten Krypten. Die anschließende Entzündung (Kryptitis) kann bei rechtzeitiger Salbenbehandlung, eventuell mit einem Analdehner und korrekter Hämorrhoidenverödung wieder ausheilen. Geschieht dies nicht, so bildet sich in der Tiefe ein Eiterherd. Unter dumpfen und pochenden Dauerschmerzen arbeitet sich dieser Eiter als Abszess bis zur Körperoberfläche nach außen durch - eine äußerst schmerzhafte Rötung und Schwellung neben dem After.
Medikamente helfen nun nicht mehr, jetzt muss dieser Abszess operativ geöffnet werden. Nur so fließt der Eiter ab; die Gefahr ist zunächst gebannt.
Zurück bleibt jedoch fast immer eine Fistel. Aus einem Gang zwischen Analkanal und Körperoberfläche fließt jetzt Eiter neben dem After heraus. Hier muß in einer zweiten, meist größeren Operation das Fistelleiden endgültig beseitigt werden.
Was tun als Patient?
Die häufigsten Enddarm-Krankheiten kennen sie jetzt. Sehr viel seltener kann sich hinter "harmlosen" Beschwerden auch ein ernsthafteres Leiden verbergen - z. B. eine Darmentzündung oder eine bösartige Geschwulst.
Für alle Erkrankungen aber gilt, dass die Behandlung um so einfacher, rascher und erfolgreicher ist, je früher sie begonnen wird.
Deshalb kann nicht oft genug wiederholt werden: der beste Weg bei auftretenden Beschwerden ist immer der Gang zum Arzt. Nur er kann wirklich sicher beurteilen, welche Erkrankung bei Ihnen vorliegt und was dagegen zu tun ist.
Die notwendige proktologische Spezialuntersuchung ist zwar ungewohnt, manchmal auch unangenehm, aber praktisch immer harmlos, ungefährlich und nur ausnahmsweise schmerzhaft. Sie erfolgt entweder auf einer Liege oder auf einem speziellen Untersuchungsstuhl. Zunächst wird der Bauch und seine Organe abgetastet; danach werden die Gesäßbacken gespreizt und der After sorgfältig inspiziert.
Mit dem Finger wird dann der After rundherum ausgetastet; dabei wird nicht nur nach Veränderungen des Enddarms, sondern auch der Nachbarorgane (Gebärmutter, Prostata) gespürt.
Der eigentliche Analkanal - also die letzten 2 bis 4 cm des Enddarms - läßt sich nur mit einem Analspiegel (Proktoskop) sicher beurteilen. Nur mit diesem Instrument lassen sich Hämorrhoiden sicher erkennen - oder ausschließen. Oft kann auch gleich während der Proktoskopie eine Behandlung angeschlossen werden, z.B. in Form einer Verödungsbehandlung der Hämorrhoiden.
Oftmals wird eine Darmspiegelung (Rektoskopie) notwendig, für eine komplette Inspektion des Mastdarms. Hiermit werden Entzündungen und Geschwüre ausgeschlossen.
Diese Untersuchung gilt als die wohl wirksamste Krebsfrüherkennung und ist bei einem erfahrenen Arzt für den Patienten nicht schmerzhaft. Zum Schluss wird Ihnen Ihr Arzt Ihre Erkrankung und die notwendigen Maßnahmen erklären. Immer aber ist auch der Erfolg seiner Behandlung von Ihrer Mitarbeit abhängig; gerade bei Enddarm-Krankheiten können Sie Entscheidendes hierzu beitragen.
Unsere "moderne" Lebensweise löst zwar allein keine Enddarmleiden aus, fördert sie aber fraglos erheblich. Mit einem gezielten eigenverantwortlichen Verzicht auf liebgewonnene Alltagsgewohnheiten (z.B. Bewegungsmangel, häufiges Sitzen, falsche Ernährung, wenig Trinken) kann jeder Enddarmerkrankungen vorbeugen, aber auch zu ihrer Ausheilung beitragen.
Ernährung
Hauptursache von Enddarmleiden ist unsere heutige faser- und ballaststoffarme Ernährung. Für einen gesunden Darm sind Faserstoffe unerlässlich. Nicht die Häufigkeit des Stuhls, sondern seine Zusammensetzung (Fasergehalt) ist entscheidend. Der Stuhl soll gut geformt, aber weder knollig noch breiig, vor allem aber nicht zu hart sein.
Die meisten Faserstoffe enthält Weizenkleie; täglich 2-3 Esslöffel braucht Ihr Darm, z. B. in Fruchtjoghurt, Suppe oder morgens mit Müsli. Bevorzugen Sie dazu Vollkornbrot und Knäckebrot. Essen Sie viel Obst und Gemüse mit Schalen und Gehäuse, roh oder gekocht. Meiden Sie dagegen alles Weißgebackene (Brötchen, Kuchen, Kekse).
Dazu jeden Tag 2 Liter Flüssigkeit (Kaffee zählt nicht!). Beides - Faserstoffe und Flüssigkeit - führen zu einem gut geformten Stuhl und zu einem gesunden Darm.
Stuhlverhalten
Mit einer faser - und flüssigkeitsreichen Ernährung wird sich automatisch ein regelmäßiger Stuhlgang einstellen. Dann ist es auch keinesfalls erforderlich, eine Stuhlentleerung täglich zu erzwingen. Für den Gang zur Toilette sollte man sich Zeit nehmen. Die schnelle Stuhlentleerung durch starkes Pressen lohnt nicht, denn ein Vielfaches an Zeit verbringen Sie dann später beim Arzt. Vor allem auch das sogenannte Nachpressen - nach der eigentlichen Entleerung - ist gefährlich; meist wird hier nur versucht, den Darm nach unten zu drücken. Völlig überflüssig sind Abführmittel jeder Art - auch "pflanzliche". Der dadurch provozierte weiche, fast schon flüssige Stuhl richtet nur Schaden an.
Analhygiene
Nicht ohne medizinischen Grund hat das Reinigen des Afters vielerorts auch religiöse Bedeutung. Am wirkungsvollsten ist ein kurzes Sitzbad nach der Stuhlentleerung - mit klarem, lauwarmen Wasser.
Auf keinen Fall sollten Desinfektionsmittel, sondern höchstens Kamillenextrakt beigefügt werden. Das bei uns immer noch relativ seltene Bidet ist für die Analhygiene besonders zu empfehlen. Auf jeden Fall sollte man 1x täglich den After waschen. Schonend und hygienisch ist das Einschäumen mit der Hand und einer milden Babyseife. Beim Abtrocknen sollte man nicht reiben, sondern tupfen, und zwar mit einem weichen Handtuch oder weichem Toilettenpapier. Feuchtes, meist parfumiertes Toilettenpapier ist hier nicht zu empfehlen, weil es die Haut reizen kann.
Kleidung
Saugfähige, lockersitzende Wäsche aus Baumwolle oder auch Seide ermöglicht nicht nur eine ausreichende Schweißabsonderung, sondern gibt auch natürliche Bewegungsfreiheit. Gänzlich ungeeignet ist Kunstfaserwäsche.
Sport und Bewegung
Sportliche Bewegung dient vor allem dem notwendigen Ausgleich unserer überwiegend sitzenden Lebensweise - nicht nur bei Enddarmleiden. Gerade Frauen im mittleren Alter sollten aber durch falschen Ehrgeiz ihre Beschwerden nicht noch verstärken. Schwimmen und Radfahren sind ideal.
Dagegen werden beim Joggen, Tennis, Hüpfen, Springen die Organe des Beckens nach unten geschleudert; der Beckenboden wird überlastet, Enddarmbeschwerden nehmen zu.